Heimerziehung in der DDR

von Lothar Wallmann

Auf Biegen und Brechen - Heimerziehung in der DDR
In den ersten Wochen des kommenden Schuljahres 2018/19 zeigt die Abendrealschule Heilbronn im Rahmen eines Klassen-Projektes die Ausstellung „Auf Biegen und Brechen“ . Diese Präsentation wurde von der Gedenkstätte Geschlossener Werkhof Torgau in Sachsen konzipiert und bereits jetzt war Ingolf Notzke, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Erinnerungsstätte, auf Einladung der Abendrealschule und der Initiativ-Klasse 1c von Torgau an der Elbe nach Heilbronn gekommen, um mit Gespräch und Vortrag ergänzende Vorbereitungen zu treffen. Ingolf Notzke erforscht die Geschichte der Heimerziehung in beiden deutschen Staaten. In Heilbronn stellte er zunächst das System der Heimerziehung in der DDR als Ganzes dar, das dem Ministerium für Volksbildung unterstellt und damit ideologisch fest eingebettet war. Ziel war die Erziehung zu einer „sozialistischen Persönlichkeit“, das bedeutete, die Eigenheiten im Denken und Verhalten der Jugendlichen zu beseitigen. Endstation im DDR-Erziehungsprogramm war der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau, in dem mit psychischer und physischer Gewalt die „Umerziehungsbereitschaft“ der Zöglinge - von 1964 bis 1989 insgesamt rund 4000 Kinder und Jugendliche - hergestellt werden sollte. Eine gerichtliche Überprüfung der Verbringung in den geschlossenen Jugendwerkhof war nicht möglich, die ehemaligen ‚Eingewiesenen‘ sind teilweise heute noch traumatisiert. Aus den Ausführungen von Ingolf Notzke entwickelte sich eine rege SchülerInnen-Referenten-Diskussion über die Heimerziehung in der DDR - mit aktuellen Bezügen. MH.

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