Die Abendrealschule Heilbronn - das Original

Der Realschulabschluss ist heutzutage Voraussetzung für viele berufliche Laufbahnen oder geht den darauf aufbauenden
Schularten voraus. Unsere seit 1963 bestehende Schule bietet die Möglichkeit, diesen Realschulabschluss im Abendunterricht zu erreichen.

Die Abendrealschule Heilbronn führt in zwei Jahren zum Realschulabschluss. Der Unterricht wird in den Räumen der Helene-Lange-Realschule in der Weststraße 33 erteilt. Diese Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs ist gut mit der Stadtbahn erreichbar.

 

Neuigkeiten

Auf Biegen und Brechen - ARS Heilbronn zeigt ihren Schülern die Ausstellung der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau

Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war offiziell die einzige geschlossene Disziplinierungseinrichtung für Jugendliche in der DDR. In der Zeit von 1964 bis 1989 wurden dort über 4000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren eingewiesen, um bei ihnen einen „Umerziehungsprozess“ einzuleiten. Sie waren jedoch in anderen staatlichen Erziehungseinrichtungen weder negativ aufgefallen noch hatten sie Straftaten begangen. Richterliche Anordnungen für die Einweisungen waren ebenfalls nicht vorgesehen. Eiserne Disziplin und paramilitärischer Drill sollten eine Verhaltensänderung erzwingen mit dem Ziel, sich der „sozialistischen Lebensnorm“ unterzuordnen. Auf dreizehn Rollups dokumentiert die Ausstellung die Geschichte des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau und den menschenunwürdigen Alltag der dort untergebrachten Jugendlichen. Die Abendrealschule Heilbronn befasst sich seit Jahrzehnten projektartig mit besonderen Aspekten der DDR-Diktatur. Für die Ausstellung hat die Klasse II c in fächerverbindender Weise die Vorbereitung und Ausrichtung übernommen und natürlich gemeinsam mit Realschullehrer Martin Heigold Grit Poppes Buch ‚Weggesperrt‘ gelesen. (tg) Fotos: Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau: 1, ARS HN: 2.

Hubertus Graf Neipperg: 55 Jahre Wirken zum Wohle der Abendrealschule

Er gehörte zu den Männern der „ersten Stunde“; im Jahre 1963 fanden sich im Fügerzimmer der Harmonie die zehn Gründungsmitglieder des Vereins Abendmittelschule zusammen. Sie legten die Basis zur Etablierung eines „Zweiten Bildungsweges“ im Großraum Heilbronn für junge Erwachsene, die als damalige ‚berufstätige Bildungsreserve‘ die Mittlere Reife erreichen wollten. Zu den Förderern der zwischenzeitlich in Abendrealschule Heilbronn umbenannten Bildungsstätte und dessen Kuratorium gehört von Anfang an bis heute und ohne jegliche Unterbrechung Hubertus Graf Neipperg, der 22. ‚Chef des Adelshauses derer von Neipperg‘. Am 22. Juli 2018 konnte er seinen 100. Geburtstag feiern. Die Abendrealschule dankte dem Jubilar anlässlich des Geburtstagsempfangs im Schloss zu Schwaigern für sein jahrzehntelanges Engagement für die Schule und verlieh ihm mit einer von Kuratoriumsmitglied Hildegard Berkhahn stellvertretend für die erkrankte Vorsitzende Elke Reinecker überreichten Urkunde die Eigenschaft eines Ehrenvorsitzenden des Kuratoriums. S. E. Hubertus Graf Neipperg, freute sich sehr über diese Würdigung.

Abschlussprüfung an der Abendrealschule Heilbronn

Nahezu die Hälfte der Prüflinge mit Preis und Lob

Freude auf beiden Seiten. Sehr zufrieden gab sich der Prüfungskommissionsvorsitzende Norbert Walterham, 2. v. rechts, nach Abschluss der Mündlichen Prüfungen der Klassen II an der Abendrealschule Heilbronn. Gerne verwendet der erfahrene Pädagoge, der selbst seit Jahrzehnten im Rahmen des Zweiten Bildungsweges unterrichtet, für den Realschulabschluss den bildlichen Ausdruck vom wertvollen Türöffner für anspruchsvolle Berufe und Studiengänge.

Tieu Quanh Truong (2. v. links) konnte als jahrgangsbester Schülerin gratuliert werden, sie hatte auch den bestbewerteten Prüfungsaufsatz geschrieben. Auf Platz zwei und drei folgten Michael Conrad, im Bild ganz links und Simon Di Latte, ganz rechts, zugleich Fachpreisträger im Verbund Naturwissenschaftliches Arbeiten. Michael Conrad erzielte mit hervorragenden Leistungen gleich vier der vergebenen Sonderpreise, und zwar in den Fächern Deutsch, Englisch, EWG und Geschichte. Natürlich freuten sich auch die Schülerinnen und Schüler auf den weiteren Preisplätzen und jene, die „nur“ eine Belobigung als krönenden Lohn für ihre Leistung neben Beruf oder Haushalt erreichen konnten.

Jeweils im Herbst jeden Jahres beginnt an der Abendrealschule Heilbronn ein neuer Kurs zum Erwerb der Mittleren Reife. Anmeldungen nimmt das Sekretariat gerne entgegen.

Tieu Quanh Truong: Beste Prüfungsleistung im Fach Deutsch

Bei jeder RS-Abschlussprüfung müssen Realschüler die spannende Frage lösen, welches Thema sie aus vier möglichen Bereichen auswählen. Beim diesjährigen Haupttermin-Durchgang standen die Texte „Kleines Solo“ von Erich Kästner und „Die Botschaft“ von Jutta von der Lühe-Tower als Aufgaben der Beschreibung zur Verfügung. Wer sich für das Thema „Flüchtlinge bei uns - Aufgabe und Chance für alle Beteiligten?!“ entschieden hatte, musste Texte lesen, auswerten und einen Wettbewerbsbeitrag schreiben.  Nachdem die Abendrealschule Heilbronn beim Bereich ‚Produktiver Umgang mit Texten‘ die Ganzschrift „Der gute Mensch von Sezuan“ gewählt hatte, stand hier ein Innerer Monolog auf dem Aufgabentablett.

Tieu Quanh Truong erzielte mit ihrer Beschreibung des Aufgabentextes „Die Botschaft“ die beste Aufsatzleistung. Die Abendrealschule gratuliert dazu sehr herzlich.

Heimerziehung in der DDR

Auf Biegen und Brechen - Heimerziehung in der DDR
In den ersten Wochen des kommenden Schuljahres 2018/19 zeigt die Abendrealschule Heilbronn im Rahmen eines Klassen-Projektes die Ausstellung „Auf Biegen und Brechen“ . Diese Präsentation wurde von der Gedenkstätte Geschlossener Werkhof Torgau in Sachsen konzipiert und bereits jetzt war Ingolf Notzke, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Erinnerungsstätte, auf Einladung der Abendrealschule und der Initiativ-Klasse 1c von Torgau an der Elbe nach Heilbronn gekommen, um mit Gespräch und Vortrag ergänzende Vorbereitungen zu treffen. Ingolf Notzke erforscht die Geschichte der Heimerziehung in beiden deutschen Staaten. In Heilbronn stellte er zunächst das System der Heimerziehung in der DDR als Ganzes dar, das dem Ministerium für Volksbildung unterstellt und damit ideologisch fest eingebettet war. Ziel war die Erziehung zu einer „sozialistischen Persönlichkeit“, das bedeutete, die Eigenheiten im Denken und Verhalten der Jugendlichen zu beseitigen. Endstation im DDR-Erziehungsprogramm war der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau, in dem mit psychischer und physischer Gewalt die „Umerziehungsbereitschaft“ der Zöglinge - von 1964 bis 1989 insgesamt rund 4000 Kinder und Jugendliche - hergestellt werden sollte. Eine gerichtliche Überprüfung der Verbringung in den geschlossenen Jugendwerkhof war nicht möglich, die ehemaligen ‚Eingewiesenen‘ sind teilweise heute noch traumatisiert. Aus den Ausführungen von Ingolf Notzke entwickelte sich eine rege SchülerInnen-Referenten-Diskussion über die Heimerziehung in der DDR - mit aktuellen Bezügen. MH.

55 Jahre ARS Heilbronn

Dieses „runde“ Jubiläum kann unsere Schule 2018 feiern. Am 8. April 1963 hatte sich eine große Zahl von angesehenen und engagierten Persönlichkeiten aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn, aus Verwaltung, Industrie, Handwerk und Kirchen, zusammengetan, um den Bedarf an einer Schule des Zweiten Bildungsweges durch die Gründung einer Abendmittelschule zu decken. Vor allem die Veränderung in den Berufsbildern und die Notwendigkeit, den künftigen Mitgliedern von Führungsebenen eine fundierte Bildung auf dem Niveau der Mittleren Reife bieten zu können, bestärkte die Initiatoren in ihrer Absicht.

Zu den Mitgliedern der Gründungsversammlung gehörte auch Hubertus Graf Neipperg, der noch heute dem Kuratorium der 1977 in Abendrealschule umbenannten Einrichtung angehört. Von 1963 bis 2011 leitete Rechtsanwalt Dr. Rudi Vollmar dieses Gremium, seitdem ist Elke Reinecker Vorsitzende des ARS-Kuratoriums.

„Abendrealschulen bieten Qualität auf höchstem Niveau“, betont ARS-Landesverbandsvorsitzender MdL Winfried Mack in seinem Grußwort zur 55-Jahre-ARS-Jubiläumsschrift, „sie liefern ihren Absolventinnen und Absolventen das optimale Rüstzeug für eine Ausbildung und für den beruflichen Aufstieg.“ Und Elke Reinecker weist ergänzend darauf hin, dass nach wie vor „viele Arbeitgeber als Grundbedingung für eine Ausbildung, Beschäftigung oder Einstellung den Realschulabschluss als Nachweis für das Durchlaufen eines hochwertigen Bildungsganges verlangen.“