Die Abendrealschule Heilbronn - das Original

Der Realschulabschluss ist heutzutage Voraussetzung für viele berufliche Laufbahnen oder geht den darauf aufbauenden
Schularten voraus. Unsere seit 1963 bestehende Schule bietet die Möglichkeit, diesen Realschulabschluss im Abendunterricht zu erreichen.

Die Abendrealschule Heilbronn führt in zwei Jahren zum Realschulabschluss. Der Unterricht wird in den Räumen der Helene-Lange-Realschule in der Weststraße 33 erteilt. Diese Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs ist gut mit der Stadtbahn erreichbar.

 

Neuigkeiten

Mit gleichem Durchschnitt auf gleichem Treppchen: Florian Grimm und Clara Kroker erzielten mit einem Durchschnitt von 1,4 die beste Leistung bei der diesjährigen Abschlussprüfung an der Abendrealschule Heilbronn. Prüfungskommissionsvorsitzender Norbert Walterham freute sich mit den sehr guten Schülerinnen und Schülern - Özge Palanli hatte den 2. und Selvije Koca den 3. Platz belegt - über die ausgezeichneten Ergebnisse. Der Realschulabschluss öffnet auch weiterhin den Zugang zu anspruchsvollen Berufen und die Prüfungsabsolventen sind sich sicher, dass sie mit dem Erwerb der Mittleren Reife den richtigen Schritt in die Zukunft gemacht haben. Noch etwas: Es gab für die Lehrer am Ende des Lehrgangs nichts Wertvolleres als ein dokumentiertes ‚Danke für die tolle Zeit!‘  Im September beginnt an der ARS Heilbronn ein neuer Kurs zum Erwerb der Mittleren Reife und  natürlich laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für besondere Projekte im kommenden Schuljahr 2019/20. Dazu gehören u. a. der Besuch der Autorin Freya Klier und eine Zeitzeugenbefragung  von Michael G. Fritz aus Dresden durch Dr. Andreas Apelt zum Thema 30 Jahre Mauerfall. TG

Diesjährige ARS-Prüfungsbeste: V. l.: Selvije Koca, Florian Grimm, Özge Palanli, Clara Kroker

Dank an die Lehrer

Eine Projektgruppe der Abendrealschule Heilbronn besuchte im Rahmen einer Studienfahrt die Gedenkstätte zum Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau in der ehemaligen DDR. Sylvia Rodriguez führte die Gruppe durch die Ausstellung und vermittelte  ein eindrückliches Bild von dem Ort, an dem zwischen 1964 und 1989 über 4000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren  eingewiesen wurden, um bei ihnen mit eiserner Disziplin und paramilitärischem Drill einen „Umerziehungsprozess“ einzuleiten. Die Jugendlichen sollten „gebrochen“ werden, damit sie sich der „sozialistischen Lebensnorm“ unterordnen. Heute noch erhalten sind beispielsweise die Kellerverliese, in denen die Jugendlichen bei angeblichen Verhaltensregelverstößen oder den Folgen von Gruppenauseinandersetzungen mehrere Tage verbringen mussten. Die Studienfahrt setzte einen erfolgreichen Schlusspunkt unter das Jahresprojekt, in dem die Schüler eine Ausstellung in der Abendrealschule zum Thema Heimerziehung in der DDR eröffnet hatten, sowie die DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier und den wissenschaftlichen Referenten der Gedenkstätte GJWH Torgau, Ingolf Notzke, zu Vorträgen in Heilbronn empfangen konnten. Zum ARS-Lernen im Projekt gehörte auch der Besuch einer Lesung von Grit Poppe in Potsdam. Ihr Jugendbuch „Weggesperrt“, das die DDR-Heimerziehung thematisiert, gehört zu den tiefgehenden literarischen Mitteln, diese für Tausende von Jugendlichen kaum zu ertragen gewesenenErfahrungen und für die Öffentlichkeit nahezu unvorstellbar erscheinenden Vorkommnisse der „Umerziehung“ aufzuarbeiten und zu bewältigen. Zu den Fotos (© ARS): Hinter der harmlosen Fassade des Geschlossenen Jugendwerkhofs - heute Gedenkstätte - spielten sich dramatische Umerziehungs- und schmerzhafte Gruppenprozesse ab. Arrest in kleinformatigen, nahezu leeren Zellen gehörte zum Alltag der Eingewiesenen Jugendlichen. Das eigene Leben schien vor dem Hoftor geblieben zu sein. Umso deutlicher formulierten die Jugendlichen: ‚Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus.‘ JH.

Lesetipp (nj): „Ankunft - das große Tor der Schleuse öffnete sich. Nachdem es wieder verschlossen war, durfte ich aus dem Barkas steigen. Da stand ich nun. Hohe Mauern und Stacheldraht um mich herum. Nun war mir klar, wo ich bin. Ein Gefängnis für Kinder war dies hier.“ Unbedingt lesenswert ist der Titel ‚Schattenkinder hinter Torgauer Mauern.‘ Geschrieben hat das Buch Heidemarie Puls, 1957 in Neukalen geboren. Sie war selbst für mehrere Monate in denGJWH Torgau eingewiesen worden. Ihr Urteil: Hier gehörten Prügel, Misshandlungen und weitere Verletzungen der Menschenrechte zu den ‚normalen‘ täglichen Erziehungsmaßnahmen.“ (ISBN 978-3-00-033805-2).