Die Abendrealschule Heilbronn - das Original

Der Realschulabschluss ist heutzutage Voraussetzung für viele berufliche Laufbahnen oder geht den darauf aufbauenden
Schularten voraus. Unsere seit 1963 bestehende Schule bietet die Möglichkeit, diesen Realschulabschluss im Abendunterricht zu erreichen.

Die Abendrealschule Heilbronn führt in zwei Jahren zum Realschulabschluss. Der Unterricht wird in den Räumen der Helene-Lange-Realschule in der Weststraße 33 erteilt. Diese Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs ist gut mit der Stadtbahn erreichbar.

 

Neuigkeiten

Lob- und Preisträger des ARS-Prüfungsdurchgangs 2021, v. l.: Irina Reiter, Yevgeniy Steinert, Tim Volpp, Jacqueline Betz, Stefanie Philipp, Mirko Graubner, Moritz Hoffer, Artem Feoktistov.

Acht Preise vergab die Abendrealschule Heilbronn an die besten Absolventen des Abschlussverfahrens 2021, das erstmals für die drei Klassen II nach der neuen Prüfungsordnung durchgeführt wurde. Mit einem Durchschnitt von 1,2 war Mirko Graubner Prüfungsbester, gefolgt von Irina Reiter mit 1,3. Auf dem dritten Platz standen Artem Feoktistov und Stefanie Philipp, jeweils mit einem Gesamtwert von 1,5. Die zuvor genannten Schülerinnen und Schüler erhielten ebenso einen Buchpreis wie Felix Fahn, Jarah Sorany, Tim Volpp und Wesley Marzari. Fünf weitere SchülerInnen, Jacqueline Betz, Yamen Ajleken, Susanne Broncel, Yevgeniy Steinert und Moritz Hoffer, konnten sich über die Aushändigung einer Belobigung freuen. Der Prüfungskommissionsvorsitzende Norbert Walterham zeigte sich sehr beeindruckt vom Leistungswillen der Absolventen, die auch unter erschwerten Pandemiebedingungen gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen konnten. Nach wie vor eröffnet der Realschulabschluss den Zugang zu anspruchsvollen Berufen und die Prüfungsabsolventen können sicher sein, dass sie mit der Mittleren Reife hoffnungsvoll in die Zukunft sehen können. Im September 2021 beginnt - wie jedes Jahr - wieder ein neuer Kurs zum Erwerb des Realschulabschlusses im Abendunterricht. TG

 

   
     Projektmaterial    Naturschönheiten

„Ab durch die Hecke“ - so der von den ARS-Schülern entworfene Projekttitel für das bereits zur Tradition gewordene „grüne“ Klassenzimmer. In ihm gibt es die etwas andere Art des Unterrichts. Und so konnte nach der Corona-Zwangspause, die  ersehnte Biologieexkursion rund um die idyllische Hütte Wildkrautfee in Bretzfeld  endlich erfolgreich durchgeführt werden.

Gemeinsam mit dem Lehrerteam Helga und Heinz Hennebold gab es für die Projektgruppe der ARS-Klassenstufe I viel zu hören, zu sehen, zu riechen und natürlich zu (be)greifen. Kartenkunde, Orientierung im fremden Gelände, geologische Besonderheiten, Pflanzenkunde der Hecken und Kleinbiotope - ein Korb voll geballten Wissens konnte mitten in der Natur in Theorie und Praxis erfahren werden.

Überraschend war für manche der TeilnehmerInnen auch, was die Natur an Essbarem zu bieten hat - Knoblauchsrauke, Brennnesselsamen, Gierschblätter, Schafgarbe und nicht zu vergessen die Naturapotheke bei Stichen, der Spitzwegerich - nicht nur gut zu wissen, sondern auch gleich angewandt! Auf diese abwechslungsreiche Weise gingen mehrere  Schulstunden mit viel Einsatz rasend schnell vorbei.

Fazit: Spaß hat's gemacht, die Unterrichts-Zeit war zu kurz, gerne mehr davon – eben ein Unterricht, der mit Sicherheit nicht so schnell vergessen wird. HH

Pflanzen sammeln Die Hütte der Wildkrautfee

 


Abschlussschüler der Abendrealschule Heilbronn führten online ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Thomas Drescher, der 1989 nach einem gescheiterten Fluchtversuch an der Berliner Mauer und genau 16 Tage vor dem Mauerfall von der DDR nach Westdeutschland verkauft wurde. „Ich bereue nichts“, betonte Thomas Drescher.“
Für mich war die Angst vor einem  Leben in der DDR weitaus schlimmer als die Angst davor, bei dem Fluchtversuch zu scheitern.“ Die Fragen der Schülerinnen und Schüler zeigten, dass der Wunsch nach Freiheit bei vielen anderen jungen Erwachsenen in der DDR ganz wesentlich war – selbst in einer Familie, in der der Bruder linientreu und der Vater selbst an der Berliner Mauer als Soldat stand. Thomas Dreschers zwei Jahre älterer Halbbruder, überzeugt vom System der DDR, sagte ihm als Jugendlicher ins Gesicht, er würde ihn im Zweifelsfall an der Grenze erschießen – für Drescher ein Beispiel dafür, wie Ideologie Menschen verblendet. Die Schülerinnen und Schüler sprachen mit dem Zeitzeugen über seine Erwartungen an den Westen, das Scheitern seines Fluchtversuchs, die Untersuchungshaft und wie er dazu kam, über das Erlebte als Zeitzeuge mit Schülern zu sprechen. Am Ende des lebhaften Gesprächs, das die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam und deren Leiterin Catrin Eich ermöglicht hatten, stand der Gedanke, dass Freiheit auch heute jeden Tag aufs Neue bewahrt werden muss. Das zweite Foto zeigt Herrn Drescher vor der Karte des untergegangenen Staates "DDR", vor dem er zu fliehen versuchte. MH

Vorankündigung. Auch in Coronazeiten greift die Abendrealschule Heilbronn gerne auf langjährig aufgebaute gute Kontakte nach Potsdam und zur dortigen Gedenkstätte Lindenstraße zurück. Thomas Drescher, 1967 in Henningsdorf geboren, berichtet im Mai 2021 in einer Online-Veranstaltung der Projektwerkstatt ‚LIndenstraße 54‘ als Zeitzeuge u. a. über die Lebensverhältnisse in der DDR, dem untergegangenen ‚Zweiten Deutschen Staat‘, den er noch Anfang 1989 durch einen Fluchtversuch über die Mauer in Glienicke-Nordbahn verlassen wollte. DDR-Haft und Verurteilung folgten, bis er im Oktober 1989 durch die Bundesrepublik Deutschland freigekauft wurde. tg.

Michael G. Fritz, Schriftsteller aus Dresden, ist seit vielen Jahren regelmäßig Gast an der Abendrealschule Heilbronn. Dieses Jahr besuchte er die Schülerinnen und Schüler des ersten und zweiten Jahrgangs im Rahmen einer Videokonferenz. Dank der Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung konnte so eine experimentelle Begegnung mit Literatur stattfinden, bei der die Teilnehmer gemeinsam mit dem Autor die Handlung seines Romans „Tante Laura“ entwickelten: Die von der Familie Henny verstoßene Tante Laura dringt in die Urlaubsidylle an der Ostsee ein und beginnt unaufhaltsam ihr zerstörerisches Werk -  verdrängte Vergangenheit wird sichtbar. Die Handlung spielt in der Jetztzeit, doch immer wieder ergeben sich Bezüge zu den Achtziger Jahren in der DDR. Im Zusammenhang mit den Rückblenden im Buch veranschaulichte Michael G. Fritz den Schülern Politik und Alltag in der DDR aus seiner Perspektive und mahnte, sehr genau hinzusehen, um zu einer differenzierten Betrachtung der Vergangenheit zu gelangen. Die Zuhörer stellten zahlreiche Fragen zum Leben in der DDR und zum Beruf des Schriftstellers. MH.

 

 

Schülerinnen und Schüler unserer Schule erlebten im März 2020 eine sehr informative politische Studienfahrt nach Berlin. Im Mittelpunkt der Fahrt stand der Besuch des Deutschen Bundestages. Die Teilnehmer der Fahrt konnten auch als Zuschauer auf der Besuchertribüne an einer Plenarsitzung teilnehmen. Anschließend diskutierten sie mit dem Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic (SPD) aktuelle politische Themen. Josip Juratovic machte auch anhand seiner Biografie als Gastarbeiter deutlich, wie wichtig es ist, sich beruflich und politisch zu engagieren. Ohne das vielfältige politische Engagement vor allem junger Menschen in politischen Parteien, so Juratovic, könne unsere Demokratie auf Dauer nicht bestehen. Beim Besuch der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße erlebten die Schüler bei einer sehr anschaulichen Führung vor Ort, wie der Bau der Berliner Mauer das Leben der Berliner veränderte. Einzelschicksale standen stellvertretend für viele andere und zeigten auch hier, wie wichtig der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte ist.

Bundestagsabgeordneter Josip Juratovic freute sich über den Besuch der Abendrealschule Heilbronn.

Die ARS-Gruppe vor dem Reichstagsgebäude. Hier arbeitet der Deutsche Bundestag.

Die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße mit der ‚Wand der Opfer‘ und einem erhalten gebliebenen Teil der Mauer.